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Vorgeschichte
Bereits zu Beginn der siebziger Jahre, als sich kaum jemand für die Geschichte des Hauses interessierte und das Land Berlin Villa und Garten an den Deutschen Unterwasser Club (DUC) verpachtet hatte, wandte sich der Architekturhistoriker Julius Posener an die Akademie der Künste. Vergeblich mahnte er an, die Akademie möge sich für Liebermanns Sommerhaus am Wannsee einsetzen, und forderte, dort ein Haus zur Erinnerung an den großen Maler und Ehrenbürger der Stadt Berlin entstehen zu lassen.
Der Gedanke fand Unterstützung als die Neue Nationalgalerie in Zusammenarbeit mit der Berliner Festspiele GmbH 1979/80 in Berlin und München eine groß angelegte Ausstellung über Max Liebermann zeigte.
Ein weiterer Schritt in diese Richtung war erreicht, als die Galerie Franke im November 1992 in der Villa am Wannsee eine Verkaufsausstellung mit Gemälden und Pastellen Liebermanns veranstaltete, darunter einige, die vor Ort entstanden waren. Die Ausstellung zählte 18.000 Besucher. Und eine Frage wurde immer wieder gestellt: Warum bemüht sich die Stadt nicht darum, das Vermächtnis dieses bedeutenden Künstlers und Kulturpolitikers zu bewahren? Einigen ging die Frage nicht mehr aus dem Kopf.
Entstehung der Gesellschaft
Im Zusammenhang mit dem Neubau des Liebermann-Hauses am Pariser Platz nach der Wende 1989 und der geplanten Verlängerung des Pachtvertrages des Sommerhauses am Wannsee mit dem DUC gründete sich am 16. März 1995 in den Räumen der Historischen Gesellschaft Berlin die Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin e.V. (MLG). Leider konnte sie im Mai 1995 nicht verhindern, dass der regulär bis 2002 gültige Pachtvertrag des DUC vom Bezirksamt Berlin-Zehlendorf - vorzeitig - bis zum Jahre 2015 verlängert wurde.
Die Jahre 1996-98 standen im Zeichen eines wachsenden Interesses an Max Liebermann. Zahlreiche Ausstellungen beschäftigten sich nun mit der Kunst des Meisters. Herausragendes Ereignis war die Rekonstruktion der Gedenkausstellung für Max Liebermann aus dem Jahre 1936 durch das Centrum Judaicum Berlin.
Weitere bedeutende Ausstellungen waren
- „Max Liebermann. Jahrhundertwende.“ 1997, Alte Nationalgalerie Berlin
- „Max Liebermann. Der Realist und die Phantasie“ 1997/98 Hamburger Kunsthalle, 1998 Städel Frankfurt und Museum der bildenden Künste Leipzig
- „Max Liebermann und die französischen Impressionisten“ 1997-98 im Jüdischen Museum der Stadt Wien
- „Max Liebermann in Wannsee“ 1997, Galerie Mutter Fourage in Berlin-Wannsee.
Unter dem Eindruck der enormen Besucherzahlen und des positiven Presseechos verständigten sich die MLG und die Akademie der Künste Berlin-Brandenburg im Frühjahr 1997 auf eine Zusammenarbeit im Hinblick auf eine künftige Nutzung der Liebermann-Villa am Wannsee. Diese Vereinbarung war Grundlage für einen einstimmigen Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses im Herbst 1997, die Liebermann-Villa am Wannsee in ein Museum umzuwandeln. Der amtierende Senator für Wissenschaft und Kunst wurde angewiesen, sofortige Verhandlungen mit dem Bezirk Zehlendorf wegen eines Tauschgrundstückes für den Tauchclub aufzunehmen.
Erst im August 2002 konnte eine zufrieden stellende Lösung gefunden werden. Ende August 2002 zog der DUC aus der Liebermann-Villa aus und bezog ein mit Hilfe der MLG gefundenes Ersatzgrundstück in der Scabellstraße 7.
Am ersten Wochenende nach der Übernahme durch die MLG im September 2002 besuchten über 3.000 Berlinerinnen und Berliner Haus und Garten. Die Eröffnung fand im Rahmen des Tages des offenen Denkmals statt. Begleitet wurde der Einzug der MLG durch eine Werkausstellung mit dem Titel „Max Liebermann kommt nach Hause“, die die Pläne für die Wiederherstellung von Haus und Garten zeigte.
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